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Logopädische Praxis - Schönstraße 5-7, 13086 Berlin-WeißenseeTelefon: 030 / 99 270 888 |
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Reflexhemmungstherapie |
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Viele Kinder leiden an einer sogenannten Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS). Hierbei handelt es sich oft um normal begabte oder sogar überdurchschnittlich intelligente Kinder. Aufgrund einer LRS und damit einhergehender Schwierigkeiten im mündlichen und/oder schriftlichen Gebrauch der Sprache, haben sie im schulischen oder privaten Umfeld nicht selten einen schweren Stand. Traditionelle Therapieansätze führen nicht immer zu befriedigenden Ergebnissen. Seit längerem beschreiten wir hier neue Wege: Durch die Verbindung von Elementen der LRS-Therapie mit einer sog. Reflexhemmungstherapie erreichten wir gute Ergebnisse - und dies insbesondere bei Kindern, bei denen bisherige Behandlungsversuche ohne zufriedenstellende Resultate blieben. Deutliche Erfolge sind sowohl bei der gesprochenen als auch bei der Schriftsprache nachweisbar.
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Unser Therapiekonzept basiert auf der bereits seit vielen Jahren beobachteten Therapieresistenz von Kindern bei verschiedenen Störungsbildern, so beispielsweise bei Zischlautstörungen, myofunktionellen Störungen aufgrund muskulärer Dysbalancen im orofacialen Bereich oder Sprachwahrnehmungsstörungen. Unerklärlich war uns hierbei, weshalb normal - oft sogar überdurchschnittlich - intelligente Kinder beim Erwerb sprachlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten auffällig große Schwierigkeiten haben.
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Nach Auswertung der Daten der augenscheinlich therapieresistenten Kinder stellte sich Folgendes heraus:
- Probleme traten bereits in der Schwangerschaft auf, z. B. Steißlage
- die Kinder
- waren bereits im Säuglings- oder Kleinkindalter in therapeutischer Betreuung
- hatten einen verzögerten Sprechbeginn
- hatten im Vorschulalter eine dysgrammatische Sprache
- hatten oder haben vestibuläre Probleme (z. B. erlernten nur schwer das Radfahren, balancieren war fast unmöglich)
- hatten oder haben feinmotorische Probleme und waren deretwegen in ergotherapeutischer Behandlung
- waren oder sind verhaltensauffälig
- hatten oder haben Schwierigkeiten beim Erwerb der Schriftsprache im Sinne einer LRS
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Eine Ursache, dass Lernstörungen auftreten, ist in den fortdauernden (persistierenden) frühkindlichen Reflexe zu sehen. Kognitve Fähigkeiten und punktuell abrufbare Leistungen sind an die Hemmung (bzw. Bewältigung) bestimmter Reflexe gekoppelt. Fortdauernde frühkindliche Reflexe beeinflussen die kontinuierliche und altersgerechte Entwicklung aktiver Körpermotorik nachhaltig. Beeinträchtigungen der gesamten motorischen und sensorischen Entwicklung können die Folge sein. Leider ist dies noch nicht allgemein bekannt.
Solche Kinder lernen langsamer, obwohl sie normal intelligent sind. Oft hören wir von den Eltern: "Eigentlich ist mein Kind doch gar nicht so dumm, aber die Zensuren spiegeln das nicht wider."
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Wir beobachteten, dass diese Kinder:
- aufgrund der vestibulären Schwierigkeiten beim kontinuierlichen visuellen Verfolgen von Schrift die Zeilen verlieren,
- sich nur schwer Reihen und Abfolgen merken können,
- rechts und links verwechseln (ebenso: b und d, q und p),
- Schwierigkeiten beim Durchkreuzen der Mittellinie haben,
- visuelle Wahrnehmungsstörungen aufgrund einer verlangsamten Sprachverarbeitung haben (Verwechslung von k und t, g und d, g und d, b und w).
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Auf der Basis dieser Erkenntnisse überarbeiteten wir unser Therapiekonzept zur Behandlung von Spracherwerbsstörungen im Schriftsprachbereich (LRS). Das bisherige bestand darin, die Sprachwahrnehmungsstörungen zu beheben, die Sprachverarbeitungsgeschwindigkeit zu trainieren und die Leseleistung zu verbessern. Der Zeitraum für eine solche Therapie umfaßte oft mehr als zwei Jahre. Nicht selten endete die Therapie mit Frustration auf beiden Seiten, weil hierdurch die Ursachen letztlich nicht beseitigt werden konnten. Heute testen wir - nach vorheriger Einverständniserklärung der Eltern - ein solches Kind, das mit Sprachwahrnehmungsstörungen und/oder Schulversagen in unsere Praxis kommt und entsprechende Auffälligkeiten in der amnestischen Erhebung aufweist, auf persistierende frühkindliche Reflexe.
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Der eigentlichen logopädischen Therapie, die vom Kinderarzt verordnet werden kann, geht eine Reflexhemmungstherapie voraus, die nicht nur das Budget des Kinderarztes entlastet, sondern die Grundlage für eine erfolgreiche weitere Therapie schafft, sei es Artikulationstherapie im Vorschulalter oder eine LRS-Therapie im Schulalter. Oftmals ist nach der Reflexhemmungstherapie eine weiterführende logopädische Behandlung nicht mehr erforderlich. Möglich ist auch, dass sich die Erfolge einer etwaig anschließenden logopädischen Therapie sehr viel schneller als innerhalb einer sonst üblichen Dauer von zwei Jahren einstellen. Durch die Einbeziehung der Eltern in die Therapie und das Übertragen eines Teils der Verantwortlichkeit für ein Gelingen der Therapie auf die Eltern ist ein Therapieerfolg sehr wahrscheinlich.
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